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This article was written on 28 fév 2014, and is filled under Back Catalogue, Jazz.

Rauch und Schall

 
Nach dem Abschluss seiner Karriere als Präsident der Philip Morris International
in New York kehrte der Tessiner Topmanager Aleardo G. Buzzi im Alter von 66 Jahren zu seiner
Jugendleidenschaft zurück: dem Jazz. Er produziert Jazzplatten und hat Talente in den
amerikanischen Ghettos entdeckt, die kaum jünger sind als er.
 
«Bin ich verrückt?» fragt Aleardo Buzzi den amerikanischen Jazzkritiker Ira Gitler. «Bin ich verrückt, solche Platten zu machen?» Es ist heiss, und Ira Gitler, soeben von einem «Marathon» durch die wichchtigstenjazzfestivals in den touristischen Zentren des Mittelmeers zurückgekehrt, würde sich lieber etwas ausruhen. Doch Aleardo Buzzi, ungeduldig wie einJunge, will uns das Masterband saines neustem Albums vorspielen. Etwas unbeholfen bedient et clic Tasten der Stereoanlage, bis endlich das altmodische Wohnzimmer der Buzzi mit jenen warmen und suggestiven Akkorden erfüllt wird, deren Geheimnis Bubba Brooks als einer der letzten noch hütet.

Rehearsal with Producer Buzzi (left)

«Heute gelingt es keinem mehr, dem Saxophon einen solchen Klang zu entlocken. Als ich Bubba hörte, beschloss ich, eine Aufnahme zu machen», Buzzi zufrieden wie ein Sammler, der ein besonders seltenes entdeckt hat. Dass Bubba Brooks 72 Jahre alt ist und noch nie eine Platte aufgenommem hat, schreckt Buzzi nicht ab. Auch Ira Gitler, zurzeit mit der Überarbeitung der «Encyclopedia of Jazz» beschäftigt, hat noch nie etwas von diesem Musiker gehört, der an die Tradition von Amen Cobb, Ben Webster oder Eddie «Lockjaw» Davis anknüpft. «A15 ich ihn auszahlte, zog er die Schuhe aus und steckte sich das Bündel Dollars in die Socken, bevor er mach Harlem zurùckkehrte», erinnert sich Aleardo Buzzi.

«I Love Jump Jazz» ist das dritte Album, das er für Claves produziert hat. Es war seine Idee, dem für Klassikausgaben bekannten Thuner Plattenverlag eine Reihe mit Jazzaufnahmen vorzuschlagen. «Jazzplatten aufzunehmen war immer main Traum.» Sait seiner Pensionierung hat der Ex-CEO (Chief Executive Officer) der Philip Morris International endlich Zeit dazu. So verlässt der distinguierte Herr alle paar Monate seine Wohnung im Zentrum Monte Carlos, um nach New York zu und in einem Aufnahmestudio zu verschwinden.

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